DRK OV Rüsselsheim e.V.

Seit 110 Jahre aus Liebe zum Menschen

Wie aus einer Zeitungsmeldung der Main-Spitze vom 18.12.1907 hervorgeht, wurde am Samstag, dem 14. Dezember 1907 in der Gastwirtschaft Friedrichshöhe die Freiwillige Sanitätskolonne Rüsselsheim gegründet. Unter bescheidensten Bedingungen wurde ein Werk begonnen, das heute eine selbstverständlich vorhandene und nicht mehr wegzudenkende Einrichtung darstellt. Waren die Aufgaben der Sanitäter damals noch allein die Erste Hilfe bei Unglücken und im Kriegsfall, sowie der Transport von Verletzten, so erfüllt das Deutsche Rote Kreuz heute ein wesentlich breiteres Aufgabenspektrum. Die ersten Jahre nach der Gründung waren die schwersten. Vor allem fehlte es am Geld. Die Männer mussten sich ihre Krankentragen selbst herstellen und Transporte wurden zu Fuß durchgeführt. Trotz all dieser Härten ließen sich die Männer der ersten Stunde nicht entmutigen und legten den Grundstein für unsere heute über 110-jährige Tradition.

Ihre erste Unterkunft fand die junge Sanitätskolonne in der ehemaligen Engelhardt’schen Fabrik in der Faulbruchstraße, anschließend war in der alten Schule in der Frankfurterstraße 2 (heute: Rüsselsheimer-Echo) das Domizil. Im Jahre 1933 ist die Freiwillige Sanitätskolonne Rüsselsheim dem Deutschen Roten Kreuz als Ortsvereinigung Rüsselsheim beigetreten. 1934 zog die DRK -Ortsvereinigung in eine Holzbaracke, die in der Frankfurterstraße 6 erstellt worden war, um. Da 1945 jeder Raum kostbar war, wurde die DRK-Baracke Fliegergeschädigten zur Verfügung gestellt, und die Sanitäter erhielten eine Notunterkunft in der Waldstrass-Schule. 1949 konnte das frühere DRK-Heim (Baracke), das von der Stadtverwaltung in der Faulbruchstraße 4 neu erstellt worden war, wieder bezogen werden. Der vorletzte Umzug erfolgte im Jahre 1956 in die unteren Räume des alten Krankenhauses (heute: Amtsgericht) in der Ludwig-Dörfler-Allee. Da die damaligen Kameradinnen und Kameraden den Wunsch hegten, einmal in einem Haus seßhaft zu werden, das alle Voraussetzungen für eine effektive Katastrophenschutzarbeit erfüllt, faßte man im Laufe der Zeit den Plan ins Auge, ein eigenes, bedarfsgerechtes DRK -Zentrum zu bauen. Zur Verwirklichung dieses Planes stellte man als erstes – mit Genehmigung der übergeordneten DRK -Dienststelle – beim Amtsgericht Rüsselsheim den Antrag, in das Vereinsregister eingetragen zu werden. Der Vollzug erfolgte am 8. September 1970. Seit diesem Tag ist der vollständige Name der ehemaligen Sanitätskolonne “Deutsches Rotes Kreuz, Ortsvereinigung Rüsselsheim e.V.” Die Planungen für den Hausbau schritten voran, so daß am 27. Mai 1973 auf dem Grundstück Hessenring 68, das von der Stadt Rüsselsheim zur Verfügung gestellt worden war, der erste Spatenstich für das DRK-Zentrum gefeiert werden konnte. Der Rohbau wuchs so zügig empor, daß er bereits am 26. November 1973 abgenommen werden konnte. Bis zur Einweihung musste man sich noch etwas gedulden; sie fand am 31. Mai 1975 nach zweijähriger Bauzeit statt. Mit einem eigenen Dach über dem Kopf konnte die DRK-Ortsvereinigung Rüsselsheim ihre Aktivitäten beträchtlich ausweiten. Heute sind im DRK-Zentrum die Fachbereiche Aktive Bereitschaft mit Jugend-Rot-Kreuz  und Sozialarbeit untergebracht. Letztere betreut eine öffentliche Altentagesstätte, die im März 1979 eröffnet wurde und mittlerweile einigen Seniorenkreisen zum regelmäßigen Treffpunkt geworden ist. Im März 1993 erhielt das DRK-Zentrum einen herben Rückschlag. Bei Dachreparaturarbeiten geriet das DRK-Zentrum in Brand und wurde fast vollständig zerstört. Da die tägliche Arbeit weitergehen musste, wurden alle Tätigkeiten in Fahrzeuggaragen weitergeführt. Nach einer dreivierteljährigen Renovierungszeit konnte das Haus wieder vollständig für alle Aktivitäten genutzt werden.

1950 gründete sich in der Rüsselsheimer Ortsvereinigung eine gemischte Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe, die heute schon über 65  Jahre besteht. In dieser Jugendgruppe bereiten sich Kinder und Jugendliche spielerisch auf die Arbeit in der aktiven Bereitschaft vor.

Seit dem 26.08.1955 werden in Rüsselsheim, später auch in Königstädten und Bauschheim, Blutspenden durchgeführt. Im Jahr 1996 konnten wir das Jubiläum des 100.000sten Blutspender in Rüsselsheim feiern und ein Jahr später den 50.000sten Blutspender bei der FA. Adam Opel AG.

Im Sommer 1962 war man in der Lage, den ersten Katastrophenschutzzug einzuweihen, der im Dezember 1963 bei einem schweren Explosionsunglück in der Caltex Raffinerie in Raunheim seine Bewährungsprobe zu bestehen hatte. Auch 1967, als der Verdacht der Pocken im Rhein Main Gebiet aufkam oder 1990 als zwei Personenzüge frontal zusammen stießen, mussten die Helfer des DRK Ortsvereins Rüsselsheim ihr Können unter Beweis stellen. Seitdem konnte bei vielen größeren oder kleineren Schadenslagen eine Menge von Menschen geholfen werden.